Was ist ein Gesindebuch?
Ein Gesindebuch war ein Dokument, das die persönlichen Daten und Dienstverhältnisse von Dienstboten, Knechte und Mägde enthielt. Sie mussten das Gesindebuch bei Antritt einer neuen Stelle vorlegen. Es wurde von den örtlichen Polizeibehörden ausgestellt. In diesen Büchern wurden Name, Heimatort, Alter und äußere Kennzeichen, Tätigkeitsfelder, Dauer der Beschäftigung, Gründe für das Ende des Dienstverhältnisses und manchmal auch Zeugnisse notiert.
Wer häufig den Dienstherrn wechselte, brauchte das Gesindebuch, um seine „Ehrbarkeit“ zu beweisen. Ohne Eintrag konnte man schnell als „Vagabund“ gelten und bestraft werden. Es wurde regelmäßig überprüft, z. B. bei Antritt einer neuen Stelle oder bei polizeilichen Kontrollen. Das Gesindebuch war ein Relikt feudaler Strukturen und verschwand im frühen 20. Jahrhundert mit der Industrialisierung und der Einführung moderner Arbeitsverträge. Es wurde durch andere Dokumente, wie Arbeitsbücher oder Zeugnisse ersetzt, die weniger kontrollierend waren.
Das Original kann hier heruntergeladen werden: Gemeindearchiv Leezen